Kirrweiler übergibt traditionellen Weinzehnt in Speyer

Mit Pferdekutsche, Unimog, den Böhler Euphoniker und zahlreichen Kirrweiler Bürgerinnen und Bürgern in Winzerkitteln zog die Kirrweiler Delegation am Freitag vom Altpörtel zum Speyerer Dom. Bereits zum 16. Mal wurde damit die traditionelle Weinzehntübergabe vollzogen und die historische Verbindung zwischen Kirrweiler und dem Bistum Speyer gepflegt.

In der Kutsche fuhren Ortsbürgermeister Rolf Metzger, Weinprinzessin Zoé I., Pfarrer Gerd Babelotzky und die Erste Beigeordnete Doris Janz. Kirrweiler Bürgerinnen und Bürger begleiteten den Zug zu Fuß und sorgten gemeinsam mit den Musikern für ein stimmungsvolles Bild auf dem Weg zum Domplatz.

Vor dem Speyerer Dom wurden die Gäste von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und den emeritierten Weihbischof Otto Georgens empfangen. Zu Beginn der Veranstaltung stellte die Ortsgemeinde das Projekt zur virtuellen Rekonstruktion des historischen Kirrweiler Wasserschlosses, der sogenannten Marienburg, vor. Die Präsentation des Projekts hatte bereits am Vorabend in Kirrweiler stattgefunden. Das gemeinsame Projekt des Heimat- und Kulturvereins Kirrweiler und der Ortsgemeinde macht das im Zuge der französischen Revolution untergegangene Wasserschloss mithilfe moderner Augmented-Reality-Technologie wieder sicht- und erlebbar. Die Marienburg war einst Sommerresidenz der Speyerer Fürstbischöfe, die regelmäßig zur Sommerfrische nach Kirrweiler kamen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Übergabe des Weinzehnts. Bischof Wiesemann und Weihbischof Georgens erhielten jeweils 138 Flaschen des diesjährigen Weinzehnts, eines 2025er Grauburgunders trocken aus dem Familienweingut Götz in Kirrweiler. Der Wein präsentiert sich frisch und harmonisch mit feinen Aromen von reifer Birne, Apfel und einem Hauch Zitrus. Am Gaumen zeigt er sich angenehm trocken, ausgewogen und mit lebendiger Frische.

Mit ihren Unterschriften im Ortsbuch bestätigten sowohl Bischof Wiesemann als auch Weihbischof Georgens die Annahme des Weinzehnts und die Verbundenheit mit der Gemeinde Kirrweiler.

Für einen besonderen Höhepunkt sorgte em. Weihbischof Otto Georgens, der im Winzerkittel ein traditionelles Weinlied vortrug. Mit seinem Auftritt brachte er die Verbundenheit mit der Pfälzer Weinkultur auf sympathische Weise zum Ausdruck und erhielt dafür großen Beifall von den anwesenden Besuchern auf dem Domplatz.

Im Anschluss an die Weinzehntübergabe lud Bischof Wiesemann die Kirrweiler Delegation zu einem kleinen Imbiss und einer Erfrischung in den historischen Gewölbekeller im bischöflichen Ordinariat ein. Dort klang die Veranstaltung in geselliger Runde aus.

Die Weinzehntübergabe erinnert an die jahrhundertealte Tradition der Weinabgabe aus den bischöflichen Weinbergen in der Kirrweiler Gemarkung. Heute steht sie vor allem für die lebendige Verbundenheit zwischen Kirrweiler und dem Bistum Speyer sowie für die Pflege gemeinsamer Geschichte und Tradition.

Auf die Weinzehntübergabe folgt in Kirrweiler das traditionelle Weinfest „Weinzehnt“, das in diesem Jahr vom 3. bis 6. Juli rund um das historische Ortszentrum gefeiert wird.

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Das Schloss ist wieder da!: Virtuelle Rekonstruktion des Wasserschlosses vorgestellt

Mit großem Interesse und außergewöhnlich vielen Besucherinnen und Besuchern wurde am 18. Juni im Edelhof die virtuelle Rekonstruktion des ehemaligen Kirrweilerer Wasserschlosses, der Marienburg, vorgestellt. Das Projekt des Heimat- und Kulturvereins Kirrweiler in Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde ist ein besonderer Beitrag zum Jubiläumsjahr „825 Jahre Kirrweiler“ und macht das bedeutende, längst verschwundenes Bauwerk wieder sichtbar.

Die Veranstaltung wurde von Ortsbürgermeister Rolf Metzger eröffnet und von der zweiten Vorsitzenden des Heimat- und Kulturvereins, Eva Muffang, moderiert. Als Ehrengast nahm Staatssekretärin Vanessa Fischer vom Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur teil. In ihrem Grußwort würdigte sie das Projekt als beispielhafte Verbindung von kulturellem Erbe und digitaler Innovation. Geschichte werde hier nicht nur bewahrt, sondern mit moderner Technik neu erlebbar gemacht. Ebenfalls sprach Sven Koch, Vizepräsident der SGD Süd, über die Arbeit des dort angesiedelten KuLaDig-Kompetenzzentrums Rheinland-Pfalz.

Anschließend stellte Christine Dawson-Erasmy die Entstehungsgeschichte des Projekts vor. Ausgangspunkt war die erfolgreiche Teilnahme Kirrweilers am Landesprojekt KuLaDig Rheinland-Pfalz. Bereits 2021 wurde die Ortsgemeinde Modellkommune im Projekt „Digitale Erfassung und Präsentation von Kulturlandschaften in Rheinland-Pfalz“. Daraus entstanden ein Themenweg „Auf den Spuren der Fürstbischöfe in Kirrweiler“ sowie elf Objektbeiträge auf der Plattform, die kulturhistorische Orte digital dokumentiert. Die virtuelle Rekonstruktion des Wasserschlosses knüpft an diese Arbeit an.

Den Höhepunkt des Abends bildete die Präsentation durch Sascha Schmitz, Archäologe, Historiker und Geschäftsführer der Firma ARGO Edutainment Solutions. Auf Grundlage historischer Quellen, alter Pläne und neuer Forschungsergebnisse wurde die Marienburg virtuell rekonstruiert. Dabei gelang es dem Team von ARGO sogar, im Landesarchiv Speyer einen bislang unbekannten Grundriss des Schlosses zu entdecken. Ergänzend wurden vergleichbare Anlagen, darunter die Burg Gemen in Nordrhein-Westfalen, herangezogen, um ein möglichst fundiertes Bild des ehemaligen Wasserschlosses zu gewinnen.

Mit Hilfe der ARGO-App kann das verschwundene Wasserschloss ab sofort virtuell an seinem ursprünglichen Standort erlebt werden. Über zwei Informationstafeln am Kropsbach und in der Schlossstraße wird die Rekonstruktion gestartet. Auf dem Smartphone erscheint die Schlossanlage dort, wo sie einst stand. Besonders eindrucksvoll ist die Möglichkeit, zwischen zwei Bauphasen zu wechseln – von der mittelalterlichen Wasserburg bis zur spätbarocken Anlage des 18. Jahrhunderts mit Schaffnerei und Kellerei auf der Wirtschaftsinsel.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden die neuen Informationstafeln durch Ortsbürgermeister Rolf Metzger und die Erste Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, Gaby Bauer, feierlich enthüllt. Der Heimat- und Kulturverein nutzte die Gelegenheit, um allen Fördergebern, Projektpartnern und ehrenamtlichen Unterstützern zu danken.

Text: Heimat- und Kulturverein Kirrweiler

Traditioneller Weinzehnt aus Kirrweiler wird am 19. Juni vor dem Speyerer Dom übergeben

Speyer/Kirrweiler. Ein lebendiges Stück Pfälzer Wein- und Kulturgeschichte wird am Freitag, 19. Juni 2026, vor dem Speyerer Dom erlebbar: Bereits zum 16. Mal überbringen Bürgerinnen und Bürger aus Kirrweiler den traditionellen Weinzehnt an das Bistum Speyer. Die feierliche Übergabe knüpft an eine jahrhundertealte Tradition an und symbolisiert die enge Verbundenheit zwischen der Weinbaugemeinde und dem Bistum.

Begleitet von Ortsbürgermeister Rolf Metzger, Pfarrer Gerd Babelotzky sowie der Kirrweiler Weinprinzessin Zoé I. startet die Delegation gegen 14.15 Uhr am Altpörtel ihren Weg über die Maximilianstraße zum Dom. Gegen 14.30 Uhr werden am historischen Domnapf vor dem Kaiserdom jeweils 138 Flaschen des diesjährigen Weinzehnts an Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und den emeritierten Weihbischof Otto Georgens überreicht.

Der Brauch erinnert an den sogenannten „Zehnten“, eine frühere Abgabe, bei der ein Teil der landwirtschaftlichen Erträge an den jeweiligen Landesherrn entrichtet werden musste. Kirrweiler war über Jahrhunderte eng mit dem Bistum Speyer verbunden und diente den Fürstbischöfen als Sommerresidenz. Anlässlich des 950-jährigen Weihejubiläums des Speyerer Doms wurde die Tradition im Jahr 2011 auf Initiative von Bürgermeister Rolf Metzger wiederbelebt. Seither wird der Weinzehnt als symbolisches Zeichen der Verbundenheit mit einem hochwertigen Wein aus Kirrweiler übergeben.

Auch das traditionsreiche Kirrweiler Weinfest trägt seit der Wiederaufnahme des Brauchs den Namen „Weinzehnt“. In diesem Jahr findet es von Freitag, 3. Juli, bis Montag, 6. Juli 2026, im historischen Ortskern statt.

Der diesjährige Weinzehnt stammt vom Familienweingut Götz aus Kirrweiler. Der Grauburgunder trocken des Jahrgangs 2025 präsentiert sich elegant und ausgewogen. Feine Aromen von reifer Birne und saftigem Apfel treffen auf dezente Zitrusnoten. Am Gaumen überzeugt der Wein mit Frische, harmonischer Struktur und einem angenehm langen Nachhall. Winzer Matthias Götz beschreibt ihn als „vielseitigen Begleiter zu leichten Speisen und genussvollen Momenten“.

Interessierte Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, die Weinzehntübergabe vor Ort mitzuerleben und den diesjährigen Weinzehnt zu verkosten. Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, Pfälzer Weinkultur, gelebte Tradition und die besondere Verbindung zwischen Kirrweiler und Speyer aus nächster Nähe zu erleben. Die Ortsgemeinde Kirrweiler feiert außerdem ihr Weinfest „Weinzehnt“ vom 3. bis 6. Juli 2026 im Ortskern.

Drei Jungstörche erfolgreich beringt und getauft

Nachdem die ursprünglich für den 2. Juni geplante Storchenberingung aufgrund eines Gewitters und anhaltenden Regens kurzfristig abgesagt werden musste, konnte die Aktion am vergangenen Freitag erfolgreich nachgeholt werden.

Auch wenn das ursprünglich geplante Storchenfest mit Umtrunk und Kinderprogramm entfallen musste, fanden sich zahlreiche Interessierte auf dem Schulhof der Grundschule ein, um die Beringung der drei Jungstörche zu verfolgen. Unter fachkundiger Anleitung von Herrn Reis vom Storchenzentrum Bornheim wurden die Jungvögel beringt und dabei viele Fragen rund um das Leben der Weißstörche beantwortet.

Ein besonderer Höhepunkt war die Taufe der jungen Störche. Jule und Nele Rehers gaben ihrem Storch den Namen Junelle – eine kreative Kombination aus ihren beiden Vornamen. Dr. Alexandra Sehr taufte ihren Schützling auf den Namen Lola-Marie. Dass ausgerechnet eine Frauenärztin die Patenschaft für einen Storch übernimmt, passt dabei besonders gut: Schließlich gelten Störche seit Jahrhunderten als Glücksbringer und sind vor allem als Überbringer des Nachwuchses fest in unserer Kultur verankert. Simone Fischer-Gora entschied sich für den Namen Erja. Der Name stammt aus dem Finnischen und bedeutet „die Freigeborene“.

Neben den Ringen erhielten die drei Jungstörche auch moderne Sender. Damit können ihre Bewegungen künftig wissenschaftlich verfolgt werden. Über das Internet oder die Smartphone-App „Animal Tracker“ können Interessierte die Störche auf ihren Reisen begleiten und deren Aufenthaltsorte nahezu in Echtzeit verfolgen.

So wird in den kommenden Jahren sichtbar, wohin die Kirrweilerer Störche nach dem Sommer ziehen, wo sie Rast machen und wie lange sie dort bleiben. Spannend wird auch die Frage sein, ob sie allein oder gemeinsam mit ihren Familien unterwegs sind und ob sie Jahr für Jahr dieselben Zugrouten wählen. Die gesammelten Daten helfen dabei, mehr über die Wanderbewegungen der Weißstörche, günstige Flugrouten, Rastplätze sowie mögliche Gefahren auf ihren langen Reisen zu erfahren.

Der Heimat- und Kulturverein Kirrweiler bedankt sich bei allen Beteiligten, insbesondere beim Storchenzentrum Bornheim, für die Unterstützung und freut sich auf viele spannende Erkenntnisse aus den ersten Senderdaten unserer drei jungen Kirrweilerer Störche.

Text: Heimat- und Kulturverein Kirrweiler
Bilder: Eva Muffang