Traditioneller Weinzehnt aus Kirrweiler wird am 19. Juni vor dem Speyerer Dom übergeben

Speyer/Kirrweiler. Ein lebendiges Stück Pfälzer Wein- und Kulturgeschichte wird am Freitag, 19. Juni 2026, vor dem Speyerer Dom erlebbar: Bereits zum 16. Mal überbringen Bürgerinnen und Bürger aus Kirrweiler den traditionellen Weinzehnt an das Bistum Speyer. Die feierliche Übergabe knüpft an eine jahrhundertealte Tradition an und symbolisiert die enge Verbundenheit zwischen der Weinbaugemeinde und dem Bistum.

Begleitet von Ortsbürgermeister Rolf Metzger, Pfarrer Gerd Babelotzky sowie der Kirrweiler Weinprinzessin Zoé I. startet die Delegation gegen 14.15 Uhr am Altpörtel ihren Weg über die Maximilianstraße zum Dom. Gegen 14.30 Uhr werden am historischen Domnapf vor dem Kaiserdom jeweils 138 Flaschen des diesjährigen Weinzehnts an Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und den emeritierten Weihbischof Otto Georgens überreicht.

Der Brauch erinnert an den sogenannten „Zehnten“, eine frühere Abgabe, bei der ein Teil der landwirtschaftlichen Erträge an den jeweiligen Landesherrn entrichtet werden musste. Kirrweiler war über Jahrhunderte eng mit dem Bistum Speyer verbunden und diente den Fürstbischöfen als Sommerresidenz. Anlässlich des 950-jährigen Weihejubiläums des Speyerer Doms wurde die Tradition im Jahr 2011 auf Initiative von Bürgermeister Rolf Metzger wiederbelebt. Seither wird der Weinzehnt als symbolisches Zeichen der Verbundenheit mit einem hochwertigen Wein aus Kirrweiler übergeben.

Auch das traditionsreiche Kirrweiler Weinfest trägt seit der Wiederaufnahme des Brauchs den Namen „Weinzehnt“. In diesem Jahr findet es von Freitag, 3. Juli, bis Montag, 6. Juli 2026, im historischen Ortskern statt.

Der diesjährige Weinzehnt stammt vom Familienweingut Götz aus Kirrweiler. Der Grauburgunder trocken des Jahrgangs 2025 präsentiert sich elegant und ausgewogen. Feine Aromen von reifer Birne und saftigem Apfel treffen auf dezente Zitrusnoten. Am Gaumen überzeugt der Wein mit Frische, harmonischer Struktur und einem angenehm langen Nachhall. Winzer Matthias Götz beschreibt ihn als „vielseitigen Begleiter zu leichten Speisen und genussvollen Momenten“.

Interessierte Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, die Weinzehntübergabe vor Ort mitzuerleben und den diesjährigen Weinzehnt zu verkosten. Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, Pfälzer Weinkultur, gelebte Tradition und die besondere Verbindung zwischen Kirrweiler und Speyer aus nächster Nähe zu erleben. Die Ortsgemeinde Kirrweiler feiert außerdem ihr Weinfest „Weinzehnt“ vom 3. bis 6. Juli 2026 im Ortskern.

Drei Jungstörche erfolgreich beringt und getauft

Nachdem die ursprünglich für den 2. Juni geplante Storchenberingung aufgrund eines Gewitters und anhaltenden Regens kurzfristig abgesagt werden musste, konnte die Aktion am vergangenen Freitag erfolgreich nachgeholt werden.

Auch wenn das ursprünglich geplante Storchenfest mit Umtrunk und Kinderprogramm entfallen musste, fanden sich zahlreiche Interessierte auf dem Schulhof der Grundschule ein, um die Beringung der drei Jungstörche zu verfolgen. Unter fachkundiger Anleitung von Herrn Reis vom Storchenzentrum Bornheim wurden die Jungvögel beringt und dabei viele Fragen rund um das Leben der Weißstörche beantwortet.

Ein besonderer Höhepunkt war die Taufe der jungen Störche. Jule und Nele Rehers gaben ihrem Storch den Namen Junelle – eine kreative Kombination aus ihren beiden Vornamen. Dr. Alexandra Sehr taufte ihren Schützling auf den Namen Lola-Marie. Dass ausgerechnet eine Frauenärztin die Patenschaft für einen Storch übernimmt, passt dabei besonders gut: Schließlich gelten Störche seit Jahrhunderten als Glücksbringer und sind vor allem als Überbringer des Nachwuchses fest in unserer Kultur verankert. Simone Fischer-Gora entschied sich für den Namen Erja. Der Name stammt aus dem Finnischen und bedeutet „die Freigeborene“.

Neben den Ringen erhielten die drei Jungstörche auch moderne Sender. Damit können ihre Bewegungen künftig wissenschaftlich verfolgt werden. Über das Internet oder die Smartphone-App „Animal Tracker“ können Interessierte die Störche auf ihren Reisen begleiten und deren Aufenthaltsorte nahezu in Echtzeit verfolgen.

So wird in den kommenden Jahren sichtbar, wohin die Kirrweilerer Störche nach dem Sommer ziehen, wo sie Rast machen und wie lange sie dort bleiben. Spannend wird auch die Frage sein, ob sie allein oder gemeinsam mit ihren Familien unterwegs sind und ob sie Jahr für Jahr dieselben Zugrouten wählen. Die gesammelten Daten helfen dabei, mehr über die Wanderbewegungen der Weißstörche, günstige Flugrouten, Rastplätze sowie mögliche Gefahren auf ihren langen Reisen zu erfahren.

Der Heimat- und Kulturverein Kirrweiler bedankt sich bei allen Beteiligten, insbesondere beim Storchenzentrum Bornheim, für die Unterstützung und freut sich auf viele spannende Erkenntnisse aus den ersten Senderdaten unserer drei jungen Kirrweilerer Störche.

Text: Heimat- und Kulturverein Kirrweiler
Bilder: Eva Muffang