Kunstpfad Kirrweiler: Noch 17 Wochen bis zur Eröffnung!

Three Pillars

Three Pillars, so heißt das von Karin van der Molen (Niederlande) für den Kirrweiler Kunstpfad geplante Objekt. Errichtet wird die Skulptur im August am Ufer des idyllischen Schloßweihers in Kirrweiler.

Die Skulptur besteht, wie uns ihr Name schon verrät, aus drei Säulen. Die drei Säulen werden aus gestapelten Weinfässern hergestellt. Diese werden mit blauem und weißem Porzellan beklebt. Die Weinfässer stellen schon eine erste künstlerische Antwort auf den Ort dar, denn die Bewohner:innen Kirrweilers werden aufgerufen, das Porzellan zur Verfügung zu stellen. So entsteht auch schon ein weiterer Bezug zu Kirrweiler und eine Antwort auf die Frage: Was hat das mit uns zu tun?

Durch das Bekleben mit dem Porzellan, entsteht ein grobes Mosaik und der Eindruck als ob „Pilze über die Fässer wachsen“. Wachstum in all seinen Aspekten ist in den Arbeiten von Karin van der Molen ein wiederkehrendes Thema: Wie die Natur wächst, wie das Wachstum aus den Fugen geraten kann, wie das Wachstum des einen das Wachstum des Anderen entweder behindert oder anregt. In ihren neueren Arbeiten werden immer wieder Beispiele menschlicher Kultur in natürliche Formen übersetzt, wie etwa das Geschirr, das hier wie Pilze auf den Fässern wächst. Hinter all ihren Stücken liegt die offene Frage: „Was mache ich hier?“ Karin van der Molen möchte ihre Kunst dazu einsetzen, um unsere Fantasie anzuregen, zu verstärken und zu intensivieren, und um eine gesunde Beziehung zu unserer Umgebung und der Natur aufzubauen.

Das von überall stammende Porzellan stellt auch einen Bezug zur Globalisierung des Weines dar. Wein wächst überall auf der Welt und wird heutzutage auch weltweit genossen.

Ursprünglich wollte die Künstlerin die Säulen in den See stellen. So hätten sie durch die Spiegelung noch größer gewirkt. Leider ist dies nicht möglich, da zur Aufstellung ein Kran nötig wäre. Die Uferböschung würde dem Gewicht eines mobilen Krans jedoch nicht standhalten. Die Säulen werden daher am Ufer aufgestellt. Dies hat natürlich den Vorteil, dass man das Objekt auch aus der Nähe betrachten kann.

Die Eröffnung des Kunstpfads Kirrweiler ist für den 5. September 2021 geplant.

Der Kunstpfad wird bisher unterstützt vom Kultursommer Rheinland Pfalz, dem Bezirksverband Pfalz, der Lotto Rheinland-Pfalz Stiftung und der Gemeinde Kirrweiler. Weitere Unterstützer:innen sind gerne erwünscht und auch notwendig. In den nächsten Wochen starten verschiedene Spendenaktionen.

Weitere Infos finden Sie unter: www.kirrweiler.kunstpfade.de

Text: i-Punkt Kirrweiler

 

Kunstpfad Kirrweiler: Nur noch 18 Wochen bis zur Eröffnung!

Das Hambacher Tor

Das Hambacher Tor, so heißt das von Roger Rigorth für den Kirrweiler Kunstpfad geplante Objekt. Errichtet wird es auf einem Wiesenstreifen am Edenkobener Weg, zwischen Autobahn und Bahn in der Nähe einer schönen Sitzgruppe.

Die Skulptur besteht aus zwei hölzernen Säulen, die sich gegenüberstehen. Daran befestigt sind zwei Flechtkörper. Die Flechtkörper erscheinen mal wie eine Knospe an der Stele, mal wie Tautropfen an einer Weinrebe. Die beiden Säulen wirken wie ein Tor oder ein Fenster. Sie geben den Blick frei auf ein Rebenmeer. Aus dem richtigen Winkel gesehen, erscheint in der Ferne das Hambacher Schloss. Somit wird der Blick auch auf die Geschichte des Ortes fokussiert. Genau diese beiden Elemente machen für den Künstler diesen Ort aus – Wein und Geschichte. Der Weinbau wird durch die Formensprache der Installation betont und die Geschichte durch das Anmuten eines Tores.

Roger Rigorth verändert mit wenigen Mitteln so die Landschaft und setzt Akzente. Die Landschaft ist gleichzeitig Kulisse für sein Werk und Teil der Aussage. Die Flechtkörper sind rätselhaft. Ihre Form wirkt lebendig und ihre Aufhängung an den Säulen verstärkt ihre umweltbezogenen Intentionen und den natürlichen Kontext. Die Natur erhält durch diese Gaben der Kunst eine Stimme und spielt eine Rolle bei der Entstehung und der Interpretation des Objekts.

Mit dem Revierförster Rainer Northoff hat Roger Rigorth bereits einen geeigneten Baum für die Anfertigung der beiden Stelen ausgesucht. Es handelt sich um eine heimische Edelkastanie. Dies stellt einen weiteren Bezug zum Kirrweilerer Forst am Horizont auf. Der Baum, der gebogen gewachsen ist, wird in der Mitte aufgetrennt. Dadurch ergeben sich die beiden Hälften für das Tor. Durch die Spiegelung entsteht ein perfektes ovales Fenster. Die beiden Stelen wirken schlank und grazil, aber auch kraftvoll. Nach oben strebend scheinen sie in den Himmel zu wachsen.

Die Vergänglichkeit des Materials, mit dem gearbeitet wird und das Pflanzenwachstum im direkten Umfeld, wirken in die Gestaltung mit ein. Durch die Aufstellung im Freien schließt sich wieder der Kreis der Natur. Der ehemalige Baum wird Teil der neuen Umgebung. Er ist wieder den natürlichen Verwitterungsprozessen ausgesetzt, wird sich fortwährend verändern und so auch auf das Werden und Vergehen der Dinge verweisen.

Die Eröffnung des Kunstpfads Kirrweiler ist für den 5. September 2021 geplant.

Der Kunstpfad wird bisher unterstützt vom Kultursommer Rheinland Pfalz, dem Bezirksverband Pfalz, der Lotto Rheinland-Pfalz Stiftung und der Gemeinde Kirrweiler. Weitere Unterstützer:innen sind gerne erwünscht und auch notwendig.

Weitere Infos finden Sie unter: www.kirrweiler.kunstpfade.de

Text: i-Punkt Kirrweiler

Kunstpfad Kirrweiler: Noch 19 Wochen bis zur Eröffnung!

Portrait des Künstlers Roger Rigorth

Neben Karin van der Molen, über die wir letzte Woche berichtet haben, gehört Roger Rigorth zu den beiden Kunstschaffenden, die im August 2021 die ersten Objekte auf dem Kunstpfad Kirrweiler realisieren werden.

Roger Rigorth wurde 1965 im schweizerischen Saane geboren. Seit seiner Ausbildung 1987 – 1990 an der Berufsfachschule für das Holz- und Elfenbein- verarbeitende Handwerk in Michelstadt, arbeitet er als freischaffender Künstler. Studienaufenthalte in Krakau, Polen (1992) und in Galway, Irland (1993) sowie verschiedene Teilnahmen an internationalen und deutschen Symposien komplettierten seine künstlerische Fortbildung. Seit 1993 kann man seine Kunstobjekte überall in Europa (Deutschland, Schweiz, Tschechische Republik, Polen, Holland, Schweden, Bulgarien) aber auch in Namibia, Korea, Australien und den USA und somit auf allen Kontinenten sehen. Er erhielt mehrfach Auszeichnungen, Preise und „Artist-in-residence“-Stipendien in Deutschland, Frankreich, Dänemark, USA und Australien. Er lebt und arbeitet in der Nähe von Darmstadt.

Roger Rigorth integriert seine Kunst in die Natur. Seine Objekte sind eine Antwort auf den Ort und seine Umgebung. Natur und Landschaft bilden den Rahmen für seine Skulpturen und werden so zum lebenden Museum. Die Landschaft soll aber nicht nur als Kulisse gesehen werden, sondern als Teil der Aussage. Die Ansicht der Landschaft wird mit wenigen Mitteln wirkungsvoll verändert und akzentuiert.

Gleichzeitig ist die Natur auch die Quelle für seine Arbeiten. Er arbeitet vorwiegend mit Holz sowie verwandten Materialien wie Kokosfaser oder Papier, beides aus Bäumen gewonnen. Seine Art, mit diesen Materialien umzugehen, zeigt auch seine Naturverbundenheit, seinem Umgang mit seinem Leben in der Natur. Viele Werke beginnen mit dem im Wald ausgesuchten und oft selbst geschlagenen Baum, der so von Anfang an selbst bearbeitet wird.

Seine Materialwahl macht seine Werke vergänglich. So tritt er während seines Schaffens in einen größeren Dialog mit dem Zyklus des Lebens ein. Seine Skulpturen werden Teil des Prozesses aus Geburt, Wachstum, Tod, Verfall und Wiedergeburt.

Für Kirrweiler hat Roger Rigorth eine Skulptur entworfen, die sich gleichzeitig in die Landschaft einfügt aber auch einen Kontrapunkt setzt. Mehr dazu in einer späteren Ausgabe des Nachrichtenblattes.

Die Eröffnung des Kunstpfads Kirrweiler ist für den 5. September 2021 geplant.

Der Kunstpfad wird bisher unterstützt vom Kultursommer Rheinland Pfalz, dem Bezirksverband Pfalz, der Lotto Rheinland-Pfalz Stiftung und der Gemeinde Kirrweiler. Weitere Unterstützer:innen sind gerne erwünscht und auch notwendig.

Weitere Infos finden Sie unter: www.kirrweiler.kunstpfade.de

 

Text: i-Punkt Kirrweiler