Temporäre Ausstellung auf dem Kunstpfad Kirrweiler

Anja Roths Ausstellung „WOANDERS – Sonne aus Ost – Ultrakurzgeschichten“ wird als  temporäre Ausstellung auf dem Kunstpfad in Kirrweiler gezeigt. Open Air, rund um die Uhr, ab 9. Juli 2022.

Die großformatigen Collagen der Ausstellung wurden auf semitransparente Planen gedruckt und werden am 9. Juli entlang des Kropsbachs zwischen Bäumen aufgespannt. Je nach Lichteinfall und Wetterlage verändert sich der optische Eindruck der Arbeiten. Farbenprächtig im Vordergrund bei „Sonne aus Ost“ oder schemenhaft verwoben mit der Natur beim Abendlicht.

Die temporäre Ausstellung ist Auftakt für eine partizipative Aktion von Anja Roth. An drei Tagen im Juli und August wird die Künstlerin und ihr Team Geschichten aus dem Osten einsammeln. Dabei werden die Bürger:innen und Gäste in den Ortsgemeinden zu Künstler:innen und bemalen Plakate, die in späteren Open Air Ausstellungen gezeigt werden.

Künstler:innen, die Interesse an einer temporären Ausstellung auf dem Kunstpfad Kirrweiler haben, melden sich bitte beim Kunstpfade e.V. unter office@kunstpfade.de.

 

Kirrweiler ist jetzt staatlich anerkannter Erholungsort!

Staatliche Anerkennung als Erholungsort nach § 8 KOG

Der Präsident der Aufsichts-und Dienstleistungsdirektion Herr Thomas Linnertz hat der Ortsgemeinde Kirrweiler am 2. Juni 2022 in Übereinstimmung mit dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau und dem Fachausschuss für die Anerkennung von Kurorten und Erholungsorten die staatliche Anerkennung als „Erholungsort“ verliehen.

Die Urkunde ist eine Auszeichnung für die Erfüllung der vorhandenen Qualitätsanforderungen nach dem Kurortegesetz und gleichzeitig Ausdruck einer erfolgreichen Ausrichtung des Ortes auf erholungssuchende Gäste!

Den Pressetext der ADD Trier finden Sie hier:

Storchenberingung

Am Donnerstag, 09. Juni 2022 wurden drei Kirrweilerer Jungstörche unter der Regie des Heimat- und Kulturvereins Kirrweiler von Christian Reis vom Storchenzentrum in Bornheim beringt. Der Heimat- und Kulturverein konnte endlich wieder ein kleines Fest anlässlich der Beringung veranstalten. Die etwa 50 Zuschauer auf dem Schulhof freuten sich sichtlich und auch hörbar als Herr Reis die „Kleinen“ nacheinander  präsentierte, in dem er sie nach der Beringung kameragerecht in die Höhe hielt. Nach der Beringung stand Herr Reis noch für Fragen zur Verfügung und erklärte den interessierten Zuschauern unter anderem, dass die Störche nur etwa bis zur siebten Lebenswoche beringbar sind und wozu die Beringung gut ist. Auch berichtete er, dass etwa zwei Drittel der Jungtiere im ersten Lebensjahr sterben. Gründe herfür sein der Kontakt mit Stromleitungen und auch Plastikteile, die sie etwa auf Müllhalden mit der Nahrung aufnehmen.

Christian Reis kommt seit acht Jahren nach Kirrweiler und konnte hier schon etliche Störche beringen. Ein ehemaliger Jungstorch, der 2018 auf dem Rathausdach in Kirrweiler das Licht der Welt erblickte, hat sich zum geschlechtsreifen Altvogel gemausert und 2021 auf der Ziegelhütte in Edenkoben den ersten Jungstorch in Edenkoben seit über 50 Jahren ausgebrütet!

Auf die Beringung wurde mit Secco und Traubensaft angestoßen. Für die Kinder gab es auch Frösche, Würmer und Mäuse von Haribo. Die Kinder waren außerdem eingeladen mit Malkreide Störche auf den Schulhof zu malen.

Der Heimat- und Kulturverein hat dieses Jahr für alle drei Jungstörche Paten gefunden. Emilia Höhner hat „ihren“ Storch Starlight getauft. Der Storch von Andreas und Amelie Roth heißt Frieda. Melanie und Peter Anton haben ihren Storch Willy genannt.

Text: Heimat- und Kulturverein Kirrweiler

Bischöfe freuen sich über Weinzehnt aus Kirrweiler

Speyer. Nach zwei Jahren pandemiebedingter Zeremonie nur im kleinen Kreis, konnte am Freitagnachmittag vor dem Speyerer Dom die traditionelle Übergabe des „Weinzehnts“ aus Kirrweiler wieder im großen Rahmen stattfinden. Zum elften Mal hatten die Südpfälzer eine Weinfuhre von ihrer Heimat aus per Traktor und auf dem letzten Stück traditionsgemäß mit Pferdefuhrwerk zur Kathedrale in der Domstadt transportiert. Begleitet wurde die Kutsche von einer Abordnung der Ortsgemeinde mit dem Kirrweiler Bürgermeister Rolf Metzger, Weinprinzessin Marlen I. und Pfarrer Gerd Babelotzky. Insgesamt 288 Flaschen Grauburgunder übergab die Kirrweiler Delegation als „Weinzehnt“ an die Speyerer Bischöfe.

Zum Gefolge aus der Südpfalz gehörten auch wieder „Gertrud von Kerrweiler“ (Louisa Weis) und „Georgius, Verwalter des göttlichen Weinkellers“ (Georg Weis), die in historische Gewänder gekleidet im Domnapf stehend, Bischöfe und Publikum zur Zeremonie herbei riefen. In ihrem kleinen Schauspiel schlugen sie angesichts von Corona, Krieg und schwierigeren Zeiten nachdenkliche Töne an. Sie empfahlen den Menschen aus der Vergangenheit und den Krisen zu lernen und dem Bischof „so manchen vun deinen Brüdern in Rom, in de Welt und ach in Deitschland“ zu sagen, sie sollten die Worte richtig lesen, „die de Junior vor üwer 2000 Jahr gesacht hot“. Sie richteten an die Bischöfe den Wunsch, bei Entscheidungen in der Kirche auch „die Leit (mehr) mitredä“ zu lassen.

Bischof Wiesemann betonte dankbar, dass die besondere Tradition der Weinzehntübergabe nicht nur für die historische Verbundenheit des Bistums mit Kirrweiler stehe, sondern auch für Herzlichkeit und Miteinander: „Wir können anstoßen auf die Gemeinschaft“. Der Wein sei auch ein Symbol für die Freude, die aus dem Glauben komme. Er dankte für den Wein, den er gerne auch an andere verschenke.

Weihbischof Otto Georgens zitierte mit Augenzwinkern den Dichter Friedrich Rückert: „Man kann, wenn wir es überlegen, Wein trinken, fünf Ursachen wegen, einmal um eines Festtags willen, sodann vorhandenen Durst zu stillen, ingleichen künftigen abzuwehren, ferner dem guten Wein zu Ehren und endlich um jeder Ursach‘ willen.“ Er bedankte sich dafür, dass er mit dem Wein auch anderen Menschen eine Freude machen dürfe.

Bürgermeister Rolf Metzger übergab den Bischöfen die Urkunde mit allen Informationen zum diesjährigen Zehntwein. Er betonte „Guter Wein erfreut des Bischofs Herz“ und wünschte den Bischöfen viel Freude mit dem Grauburgunder, den die Kirrweilerer immer gerne freiwillig lieferten.

Weinprinzessin Marlen I. drückte ihre Freude darüber aus, dass sie zum dritten Mal bei der Übergabe dabei sein durfte und stellte den Wein vor: Der Grauburgunder schmeichele Nase und Gaumen. Der an Birnen und Honig erinnernde Duft werde im Geschmack „durch seine vollmundig elegante Art in Verbindung mit seinem ‚Burgunderschmelz‘ geprägt“.

In diesem Jahr stammt der „Zehnt-Wein“, ein 2021er Grauburgunder classic, welcher am 08.10.2021 mit dem Mostgewicht von 82 ° Öchsle gelesen wurde, aus dem Kirrweiler Weinhaus Ralph Anton. Die zweimal 144 Flaschen wurden als Geschenk der Gemeinde Kirrweiler an die Speyerer Bischöfe übergeben.

Die nächste Weinzehntübergabe ist für den 23. Juni 2023 geplant, wie Bürgermeister Metzger ankündigte.

Musikalisch umrahmt wurde die Weinzehntübergabe von einem Quartett des Musikvereins MV Musketiere Böhl.

Zur Geschichte des Weinzehnts
Der Weinort Kirrweiler an der Südlichen Weinstraße war zu Feudalzeiten Oberamt und Sommerresidenz der Fürstbischöfe des alten Bistums Speyer. Auf Anregung von Bürgermeister Metzger wurde 2011 – anlässlich des 950-jährigen Domweihjubiläums – an die alte Tradition des „Weinzehnts“ neu angeknüpft, bei der dem bischöflichen Landesherrn der „Zehnte“ des Weinertrages abgeliefert werden musste. Der Weinzehnt ist eine Naturalabgabe auf die Weinernte im bischöflichen Weinberg in der Kirrweilerer Gemarkung „in den Flegeläckern“. In früheren Jahrhunderten wurde der Weinzehnt im fürstbischöflichen Zehntkeller in Kirrweiler entrichtet, dort ausgebaut und anschließend nach Speyer gebracht. Heutzutage bringen die Kirrweilerer den trinkfertigen Wein direkt zu den Bischöfen nach Speyer.

Pressetext: Bistum Speyer, Bild: Reinhold Stadler

 

Den Weinzehntwein gibt es ab sofot im i-Punkt Kirrweiler für € 7,- pro Falsche zu erwerben.