Neujahrsempfang der Ortsgemeinde Kirrweiler

Aus allen Nähten platzte am späten Sonntagnachmittag das Dorfgemeinschaftshaus Edelhof, wohin Ortsbürgermeister Rolf Metzger die Bürgerinnen und Bürger zum Neujahrsempfang eingeladen hatte. Nach einer kurzen Begrüßung überließ er zunächst den Sternsingern die Bühne. Die Kinder erfreuten die Besucher mit dem Lied „Wir kommen daher aus dem Morgenland“ und einem Gedicht, bei dem jedes der Mädchen und Jungen ein paar Zeilen vortrug.

Bereits am Samstag, 10. Januar, hatten insgesamt 75 Sternsingerkinder und 15 Jugendliche jedes Haus in Kirrweiler besucht und um Spenden gebeten. Unter dem Motto „Schule statt Fabrik“ standen in diesem Jahr Bangladesch und der Kampf gegen Kinderarbeit im Mittelpunkt der Aktion Dreikönigssingen 2026.

Anschließend begeisterte der Kirchenchor Kirrweiler unter der Leitung von Maria Liesicki mit zwei gekonnten Liedvorträgen. Nach einer einjährigen Pause im Jahr 2025 war dies ein besonders erfreulicher Beitrag für die Besucherinnen und Besucher.

Eine abwechslungsreiche Bildpräsentation von Louis Hoffmann ließ anschließend die markantesten Aktionen des vergangenen Jahres Revue passieren: die Ausstellungen auf dem Kunstpfad, das Weinfest, die Kirchweih, das Feuerwehrfest, der „Dreck Weg Tag“ und die Blumenzwiebelsteckaktion, die Fertigstellung des Quartierplatzes sowie der Beginn der Sanierungsarbeiten in der Schlossstraße.

Ortsbürgermeister Rolf Metzger begrüßte zunächst die zahlreichen Neubürgerinnen und Neubürger. Im vergangenen Jahr zogen 172 Menschen nach Kirrweiler, während 124 den Ort verließen. Mit 18 Geburten und 10 Sterbefällen ergab sich ein Bevölkerungszuwachs von 56 Personen – die Gemeinde zählt damit zum Jahresende 2110 Einwohner. Damit bestätigte sich erneut: Kirrweiler ist eine begehrenswerte Wohngemeinde.

Im Mittelpunkt der Ansprache stand die bevorstehende 825-Jahr-Feier Kirrweilers. Im Jahr 2026 jährt sich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes zum 825. Mal. Auch wenn die Ursprünge Kirrweilers sicher noch weiter zurückreichen, wird diese Erwähnung als offizieller „Geburtstag“ des Dorfes gefeiert. Ein umfangreiches Festprogramm mit vielfältigen Veranstaltungen lädt alle ein, gemeinsam zu feiern. Metzger betonte, dass dies nur dank des Engagements der Vereine und vieler Ehrenamtlicher möglich sei.

„Wer nie weiß, was er war, wird auch nie wissen, was er werden soll. Und wer nicht weiß, wo er hin will, darf sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt.“ Dieses Zitat von Mark Twain spiegelte laut Metzger die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte wider: eine bewusste Rückbesinnung auf die Geschichte und die Umsetzung gemeinschaftlich entwickelter Ideen, die Kirrweiler zu einer attraktiven und zukunftsfähigen Gemeinde machen. Den Erfolg dieses Weges belegt der Silberplatz im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Landesebene – ein Verdienst des Zusammenhalts und Engagements der Bürgerschaft.

Schmunzeln mussten die Zuschauer als Metzger erklärte, dass die eigens für die 825-Jahr-Feier vorbereitete Festschrift wegen der Witterungsverhältnisse erst am Folgetag geliefert wurde. Die Festschrift, die die 25 Jahre seit dem letzten Dorfjubiläum 2001 dokumentiert, wird an alle Haushalte verteilt und ist zudem im Tourismus- und Gemeindebüro „i-Punkt“ erhältlich.

Ehrungen

Weinprinzessin Zoé I ehrte verdiente Bürgerinnen und Bürger aus den Bereichen Beruf und Ehrenamt und würdigte dabei ihre Leistungen mit treffenden Worten.

In der Kategorie Beruf ehrte sie die Familie Markus Schwaab. Das Weingut, vertreten durch das Ehepaar Schwaab, erhielt zum vierzehnten Mal den Staatsehrenpreis der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft und erreichte zum dritten Mal in Folge den höchsten Punkteschnitt bei der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz. Außerdem wurden das Weingut von Vinum beim Rotweinpreis zum „Newcomer des Jahres“ ausgezeichnet.

Christian Hartmann, vom gleichnamigen Weingut, sagte einmal: „Ein guter Wein trägt immer die Handschrift seines Meisters“. Damit hat er wohl recht, erhielt er doch Dank der hervorragenden Erzeugnisse seines Weingutes den Großen Staatehrenpreis.

Für hervorragende Weinqualität wurde auch das Weinhaus Hermann Zöller geehrt. die durch den Jungwinzer Felix Zöller vertreten war. Dieses erhielt im März 2025 vom DLG die Auszeichnung für die „Besten Jung Weine 2024“ Das Weinhaus Hermann Zöller wurde von Felix Zöller vertreten.

Tobias Spieß vom Weinhaus Spieß hat seinen Meister als Winzer noch nicht lange in der Tasche, konnte aber bereits erste Erfolge verbuchen: 2025 wurde er vom Wein- und Genussmagazin Selection zu Deutschlands Jungwinzer des Jahres bis 25 Jahre ernannt und belegte beim Wettbewerb „Deutschlands bester Jungwinzer des Jahres“ den fünften Platz.

Für sein ehrenamtliches Engagement im Heimat- und Kulturverein Kirrweiler, das 2025 sein dreißigjähriges Jubiläum feierte, wurde Martin Schwaab ausgezeichnet. Martin Schwaab war Gründungsmitglied vom Heimat- und Kulturverein Kirrweiler und 16 Jahre lang 1. Vorsitzender des Vereins, dass zur 800 Jahrfeier der Ortsgemeinde Kirrweiler gegründet wurde. Zahlreiche liebgewonnene Traditionen wie das Johannisfest und das Rebenschneiden und das Sternehängen zu Weihnachten gehen auf sein Engagement zurück. Zudem begleitet er seit vielen Jahren mit seiner Kutsche den Weinzehnt nach Kirrweiler. Martin Schwaab ergriff das Wort und betonte, dass, dies alles nicht ohne des ehrenamtlichen Engagements vieler weiteren Personen möglich gewesen wäre.

Für sein Engagement im Edelhoftheater, das 2001 zur 800-Jahr-Feier Kirrweilers gegründet wurde, wurde Christian Eichhorn geehrt. Von Anfang an war er als Schauspieler, Bühnenbauer, Organisator und Autor aktiv und ist seit der Ablösung vom Heimat- und Kulturverein 1. Vorsitzender der Theatergruppe, die 2026 ihr 25-jähriges Jubiläum feiert. Um die letzten 25 Jahre dreht sich dieses Jahr wohl auch das Stück des Edelhoftheaters, dass im Juni im Pfarrgarten Premiere hat.

Auch der Kirchenchor Kirrweiler erhielt Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften: Maria Liesicki, Organistin und Chorleiterin, sowie Gertrud Hagenbucher und Pirmin Roth wurden für 50 Jahre aktive Mitarbeit ausgezeichnet, Doris Motz sogar für 60 Jahre. Manfred Loew, der für seine langjährige Tätigkeit als Vorsitzender geehrt werden sollte, verstarb leider Ende 2025.

Zum Abschluss des offiziellen Teils musizierten die Jungmusikerinnen Martha Gratt (Harfe), Antonia Christmann (Altflöte) und Margaretha Christmann (Großbass- und Querflöte). Mit der Titelmusik zu „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ sowie dem Stück „Lieblingsmensch“ setzten sie einen würdigen Schlusspunkt und rundeten die Veranstaltung musikalisch gelungen ab.

Im Anschluss gab es noch Zeit und Gelegenheit zur Begegnung, zum Austausch und für gute Gespräche bei einem Glas Wein oder Secco.

 

Text: i-Punkt Kirrweiler
Bild: Eva Muffang